Zum Inhalt

Im Bild: Rosengasse Arbesgasse (Foto: Watzek)

Im Bild:

Fischschutz in Mils: Erfolgreiche Umsiedlung im Zuge einer Revision

Im Zuge der Turbinenrevision des Kraftwerks Halltal führte die HALL AG Mitte März im Milser Feuerbachl eine Fischbergung durch. Da der Bach während der Revisionsarbeiten vorübergehend trockenfällt, wurde vorsorglich eine einmalige Abfischung mittels schonender Elektrobefischung und anschließender Übersiedlung in den Haller Gießen umgesetzt.  Die Maßnahmen erfolgten in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden sowie fachlichen Experten.
 

Das Milser Feuerbachl ist aufgrund seiner baulichen und ökologischen Rahmenbedingungen nur sehr eingeschränkt als Lebensraum geeignet. Eine Nutzung des Baches als Fischlebensraum ist daher nicht vorgesehen. Umso wichtiger war es, die dort vorkommenden Fische rechtzeitig in ein geeignetes Habitat umzusiedeln. Dies konnte Mitte März unter günstigen Bedingungen durchgeführt werden. Insgesamt wurden 207 Koppen sowie 95 Bachforellen schonend entnommen und fachgerecht in ein ökologisch geeignetes Gewässer überführt.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich im Milser Feuerbachl trotz der sehr eingeschränkten Lebensraumbedingungen ein Fischbestand entwickeln konnte, dessen Fortbestand nun durch die Umsiedlung in den Haller Gießen gesichert werden konnte. Das Projekt wurde in enger Abstimmung mit allen Beteiligten – darunter Behörden, Fachstellen und Interessensvertretungen – umgesetzt. Ziel war es, im Rahmen der technischen Maßnahmen eine verantwortungsvolle und nachhaltige Lösung für den Natur- und Tierschutz sicherzustellen.

Stimmen zur Aktion:

Wolfgang Mark, zoologisches Institut Universität Innsbruck:
„Wir waren positiv überrascht. Das Gewässer ist stark verbaut und fischökologisch eher in einem schlechten Zustand, daher war ein so hoher Bestand nicht zu erwarten. Es konnten trotz schwieriger Rahmenbedingungen Fische aller Altersklassen nachgewiesen werden.  Bachforellen zählen bereits zu den eher bedrohten Arten. Dass rund 100 laichfähige Bachforellen gesichert werden konnten und die Tiere in ein geeignetes Gewässer umgesetzt wurden, ist ein besonders wertvoller Beitrag für den Fortbestand.“

Jakob Popp-Embleton, Gewässerökologe:
„Die Ergebnisse zeigen eine erstaunlich gut strukturierte Population, von Jungfischen bis hin zu großen, laichfähigen Individuen. Das Projekt zeigt sehr deutlich, dass sich technische Nutzung und Gewässerökologie nicht ausschließen, sondern bei entsprechender Planung sinnvoll ergänzen können.“

Milser Bürgermeisterin Daniela Kampfl:
„Wir sind froh, dass wir gemeinsam mit der Bezirkshauptmannschaft, der HALL AG, den Anrainern, dem Fischereiverband und weiteren Experten eine gute und  vor allem rechtssichere Lösung  im Zusammenhang mit den notwendigen Revisionsarbeiten im Kraftwerk Halltal finden konnten.“

Christian Graber, Fischereiaufsicht:
„Dieses Projekt ist ein echtes Vorzeigebeispiel dafür, wie Stromerzeugung, Fachplanung und Fischereibewirtschaftung gemeinsam sehr gute Ergebnisse erzielen können. Die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten hat hervorragend funktioniert und gezeigt, dass man durch gute Abstimmung und gegenseitiges Verständnis viel erreichen kann. Unsere Gewässer sind komplexe Ökosysteme. Umso wichtiger ist es, dass Eingriffe sorgfältig geplant und im Einklang mit der Natur umgesetzt werden. Dieses Projekt zeigt klar, dass Wasserkraft und Naturschutz kein Widerspruch sein müssen, sondern bei guter Zusammenarbeit Hand in Hand gehen können.“

 

download-button

Beim Lokalaugenschein in Mils (v.l.): Wolfgang Mark (Universität Innsbruck), Artur Egger (Technischer Vorstand HALLAG), Christian Graber (Fischereiberechtigter), Pius Sommeregger (Leiter Fachbereich Erzeugung HALLAG), Traute Scheiber (Geschäftsführerin Fa. ITS), Jakob Popp-Embleton (Fa. ITS), Daniela Kampfl (Bürgermeisterin Gemeinde Mils) (Foto: Hall AG)