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Im Bild: Rosengasse Arbesgasse (Foto: Watzek)

Im Bild:

Erzählen und Zuhören als hospizliche Haltung

Hospizhaus Hall in Tirol, Milser Straße 23, 
6060 Hall in Tirol

Bruno Moriggl

Bildnachweis: Bruno Moriggl

Veranstaltungstermin

21.05.2027 19:00

Bruno Moriggl

Bildnachweis: Bruno Moriggl

Können Sie sich noch an die Geschichten Ihrer Kindheit erinnern?

Waren es Geschichten von Pippi Langstrumpf oder von Pettersson und Findus oder von Till Eulenspiegel? Geschichten begleiten uns unser Leben lang. Das Erzählen ist eine uralte menschliche Kommunikationsform. Das Erzählen von Geschichten stand auch an der Wiege von Palliative Care. Cicely Saunders, die Begründerin der modernen Hospizbewegung in Europa, erzählte immer wieder in unterschiedlichen Publikationen die Geschichte ihrer Patientin Ms. Hinson. Saunders vermittelt mit dieser Erzählung die Vieldimensionalität des Schmerzes, sie nennt diese „Total Pain“. Auch Elisabeth Kübler-Ross’ damals bahnbrechendes Buch „Interviews mit Sterbenden“ (1969) ist voll von Geschichten, die Patient*innen ihr während der Interviews erzählt haben. Das war und ist ungewöhnlich. Die beiden Gründerinnen der modernen Hospizbewegung waren Ärztinnen, und in der Medizin war und ist es üblich, Fälle zu berichten, die möglichst akkurat auf Fakten basieren: „Patient, 87 Jahre, kommt mit heftigen Bauschmerzen in die Klinik, im Blutbild eine Leukozytose.“ So oder so ähnlich beginnen medizinische Falldarstellungen. Dem stellten die beiden Gründerinnen bewusst etwas gegenüber, was wir „Anekdoten“ nennen könnten, mehr oder weniger kurze Geschichten, die die Aufmerksamkeit auf die Perspektive der Betroffenen und auf alltägliche Details lenken und das Person-Sein der Patient*innen hervorheben.