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Im Bild: Oberer Stadtplatz Foto: Watzek

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DIE PEST ANNO 1630

DIE PEST ANNO 1630

©zVg

MONTEVERDI, GRANCINI, CIMA, D'INDIA u.a.

Im Frühbarock war die Rhetorik, die Sprache des Todes, die Musik. Die „Leidenschaft“ liturgischer Trauerrituale, feierlicher Begräbnisse wie auch der Bußtradition durchdringt viele Meisterwerke der Mailänder Musiker des frühen 17. Jahrhunderts. Vor allem die für die „Feierlichkeiten“ um das tragische Jahr 1630, das Jahr der großen Pest, in dem ein Drittel der Mailänder Bevölkerung starb. Unter den Opfern der Infektion befanden sich nicht nur die meisten Sänger der Kathedrale, sondern auch viele der Komponisten dieser Zeit. Sogar der berühmte Kardinal Federico Borromeo, Gründer der Bibliothek und der Pinacoteca Ambrosiana, starb im folgenden Jahr – nachdem er die Pest gerade überlebt hatte.

Lorenzo Ghielmi lässt viele unveröffentlichte Werke erklingen: u.a. die Bußpsalmen des Giovanni Rognoni Taeggio oder Totenlitaneien, die wahrscheinlich die Beerdigung von Kardinal Federico Borromeo begleiteten sowie Sigismondo d'Indias Sammlung von Motetten aus dem Jahr 1627.

Auszüge aus Alessandro Manzonis I Promessi Sposi (Die Brautleute) sind – als eindringliche Erzählung – das literarische Echo der Musik und fixer Bestandteil des Abends, gelesen von Harald Windisch.