Haller Altstadt

Die größte Altstadt im Westen Österreichs – so wird der Stadtkern von Hall in Tirol in Reiseführern gerne betitelt. Völlig zu Recht, obwohl bei der bloßen Größenangabe die eigentliche Besonderheit verborgen bleibt. Das Haller Zentrum wird von Tag zu Tag farbenprächtiger und erfreut sich steigender Einwohnerzahlen. Auslöser hierfür war ein österreichweites Vorzeigeprogramm für die Revitalisierung des mittelalterlichen Stadtkerns.

Rund 2.000 Menschen leben heute im Zentrum von Hall in Tirol, etwa eben so viele verdienen dort ihren Lebensunterhalt. Schon im 13.und 14. Jahrhundert entstanden die Gassen, Straßen, Plätze und Stadtmauern, die die Grundstruktur der Altstadt bis heute prägen. Brände, Erdbeben und steigende Einwohnerzahlen veränderten das Stadtbild über die Jahrhunderte. Im 19. und 20. Jahrhundert verlor die Stadt Hall an wirtschaftlicher Bedeutung und die Altstadt verfiel zunehmend. 1970 begann die damalige Stadtführung gegen die Abwanderung und den Verfall des Stadtzentrums anzukämpfen. Im neu installierten Altstadtausschuss (seit 1972) mit Vertretern aus dem Gemeinderat und dem Stadtbauamt wurden auch Fachleute wie Architekten, Restauratoren, Kunsthistoriker und vor allem auch das Denkmalamt mit einbezogen. Der eigentliche Startschuss für die Revitalisierung der Altstadt erfolgte aber erst 1974, als am Münzerturm eine Konsole abgebrochen war und der schlechte bauliche Zustand der Burg Hasegg unübersehbar wurde. Zug um Zug wurde mit der Sanierung begonnen. In diesem Jahr starteten zahlreiche weitere Fassadenaktionen in der Altstadt, bei denen Hauseigentümer fachlich beraten und finanziell unterstützt wurden.

Partnerschaft mit Wohnbauträgern
Ende der 1970er Jahre wurde den Verantwortlichen klar, dass eine vollständige Sanierung der Häuser nur über eine Partnerschaft mit gemeinnützigen Wohnbauträgern möglich sein würde. 1979 wurde daher das erste Haus, Eugenstraße 8, an einen Wohnbauträger verkauft und generalsaniert. Ein Mitspracherecht bei der Vergabe der Wohnungen gehört seit diesem Projekt ebenso zum Prozedere wie die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt.

Im Jahr 2004 ist die so genannte „Fassadenaktion", die in Hall die Fassadensanierung von über 300 Gebäuden im Altstadtbereich ausgelöst hat und zu gleichen Teilen aus Bundes-, Landes- und Gemeindemitteln finanziert wurde, ausgelaufen. Diese dreißig Jahre laufende Fassadenaktion hat ein Investitionsvolumen von knapp sieben Millionen Euro ausgelöst, das fast zur Gänze dem heimischen Handwerk und Gewerbe zu Gute gekommen ist.

Ein neues gemeinsames Förderungsprogramm für die Innenrestaurierung (Ensemble-Innenrestaurierungs-Förderung) denkmalgeschützter Gebäude stellten 2011 das Bundesdenkmalamt, das Land Tirol und die Stadtgemeinde Hall in Tirol wieder auf. Ziel ist die Unterstützung von denkmalpflegerisch relevanten Maßnahmen im Inneren eines unter Denkmalschutz stehenden Ensemble-Bestandteils. Ebenso stehen Fördermöglichkeiten für Mehrkosten bei Restaurierungsmaßnahmen am äußeren Erscheinungsbild von Objekten welche sich in der Schutzzone nach dem Stadt- und Ortsbildschutzgesetz (SOG)befinden zur Verfügung.

Preisgekrönte Altstadt
Als erste Stadt Österreichs erhielt Hall 1984 den Staatspreis für Verdienste um den Denkmalschutz. Weitere Auszeichnungen wie der Europa Nostra Preis und der Preis der Zentralvereinigung der österreichischen Architekten folgten. Für die Menschen, die in einem dieser Altstadtjuwele wohnen oder arbeiten, ist der bewundernde Blick des Besuchers die größte Auszeichnung. Gotische Fresken, Jahrhunderte alte Balkendecken oder kunstvoll geschmiedete Stiegengeländer in einer Wohnung oder einem Büro sind keine Seltenheit. Durch geschickte Kontrastierung aus guter Architektenhand kommen immer mehr gelungene Zeichen unserer Zeit zur Geltung. Mit Respekt vor der gewachsenen Substanz erzeugen diese modernen, architektonischen Ergänzungen eine interessante Spannung die Einwohner und Besucher gleichermaßen fasziniert. Die Zeit der dunklen Gassen und Häuser geht dem Ende zu, obwohl noch einige ehrgeizige Projekte auf ihre Umsetzung warten.

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