Stadtmarketing  
 
Wir über uns
Wirtschaftskoordination
Sponsoren
Immobilien
Werbe-Stehtafeln
Pressetexte
Einkaufsstadt
Geschenkmünze
Wirtschaftsraum Hall
Hall statistisch
Gaumenfreuden
Drehort Hall
Kuriositäten
Kulturstadt
Stadt der Türme
Haller Altstadt
Stadtarchäologie
Stadtpläne
   
Impressum
Kontakt: info@hall-in-tirol.at
created by Medienhof Mils
 
Stadtarchäologie macht Geschichte greifbar

Stadtarchäologie macht Geschichte greifbar

Rund dreißig Jahre waren von Nöten, den steinernen Ring um Hall zu schließen. Stein um Stein wurde herangekarrt und in die Mauer eingefügt. 1303 schließlich der Lohn der harten Arbeit – Hall wurde zur Stadt erklärt. Die Stadtmauer ist ein Detail der Haller Geschichte, deren Verlauf und Alter durch die seit 1996 betriebene Stadtarchäologie aufgelöst werden konnte.

Hall in Tirol ist die einzige Stadt Westösterreichs mit einer eigenen Stadtarchäologie. Entstanden ist diese durch die Zusammenarbeit von Universität Innsbruck, des Bundesdenkmalamtes, der Stadt Hall und des Landes Tirol bei Bau- und Bodenuntersuchungen. Als Leiter fungiert seitdem der Archäologe Dr. Alexander Zanesco (Burg Hasegg 6). Der wichtigste Beitrag der Stadtarchäologie liegt in den Bereichen Forschung und Denkmalpflege. Ergebnisse dieser Auseinandersetzung mit der Vergangenheit sind neue Kenntnisse zur Siedlungs-, Häuser- und Alltagsgeschichte der Stadt.

Als besonders ergiebig stellte sich die Untersuchung im Gasthof „Goldener Engl“ heraus. Dort konnte etwa erstmals der Stadtmauerbau datiert werden – um 1270. Wirtschaftliche und politische Interessen waren der Auslöser für die Entstehung der Stadt, wobei die entscheidende Rolle dem Salzbergbau zugeschrieben wird. Die Umsetzung dieses Vorhaben erforderte einige Jahrzehnte und konnte nur durch die Macht der Landesfürsten verwirklicht werden. Hall muss in dieser Zeit eine Großbaustelle gewesen sein, datieren doch neben der Stadtmauer, auch Pfarrkirche, Rathaus und Bürgerhäuser aus diesem Zeitraum.

Zahlreiches Fundmaterial erzählt im „Geschichtsbuch des Bodens“ vom Alltag der Städter. Vor allem widerstandsfähige Materialien wie Keramik, Stein, Metalle und Glas sind in Bruchstücken durch die Jahrhunderte überliefert worden. Diese Funde geben Auskunft über das Alter der Bodenschichten und deren Entstehung. Diese Informationen ergänzen sich mit jenen, die durch alte Abbildungen und Schriftquellen bekannt sind. Laufend werden neue wichtige Kapitel der Stadtgeschichte geöffnet, wie die Erforschung der prähistorischen Salzgewinnung im Halltal (vor ca. 2600 Jahren), der Haller Glashütte mit vielen wertvollen Glasfunden (1534 – 1635), des spätmittelalterlichen vollständig erhaltenen Beinhauses unter der Josefskapelle, des Anstaltfriedhofes des Psychiatrischen Krankenhauses aus dem zweiten Weltkrieges, sowie laufender Bauforschungen etwa in der Burg Hasegg oder in Altstadthäusern.

Eine Herausforderung, die sich durch den Erfolg der Stadtarchäologie stellte, war die Schaffung von Strukturen wie für die Bearbeitung und Lagerung der Fundstücke. Die Grabungen förderten auch besonders wertvolle Exponate zutage, wovon einige in den Schauräumen der Stadtarchäologie in der Burg Hasegg zu sehen sind. Die Stadtarchäologie findet in Hall ideale Voraussetzungen – Gründe dafür sind die erstklassige Erhaltung der Altstadt, die einstige Bedeutung der Stadt welche sich in den gefundenen Exponaten niederschlägt und schließlich das Geschichtsbewusstsein der heutigen Bevölkerung.