Haller Kuriositäten und Eigenheiten
Das Kreative und Ausgefallene hat in Hall seit jeher Tradition: Ob bei den Wirtsleuten und deren kulinarischen Besonderheiten, bei den geselligen Vereinen und ihren Bräuchen, den Künstlern die Instrumente erbauen oder damit musizieren – erfahren Sie mehr über die verschiedenen Legenden vom Haller Kübel über das Haller Törtchen bis zum Fasserrössl.
Haller Kübel – eine Geschichte mit vielen Facetten
Die Bezeichnung „Haller Kübel“ vereint Positives, Negatives, Missgeschick und Musikalisches. Erstmals aufgetaucht ist „Haller Kübel“, so die Legende, als beim Fest Christi Himmelfahrt in der Kirche die Christus Statue in die Höhe gezogen wurde und zum Schrecken aller Gläubigen der Strick zerriss. Als sich die Haller vom Schrecken erholten, sammelten sie die Teile zusammen und zogen diese mit Hilfe eines Kübels in den „Himmel“. Seit dem werden die Haller auch Haller Kübel genannt, für manchen gilt dies als Schimpfwort, für viele aber auch als Zeichen der stolzen Herkunft.
Viele Jahre verbanden vor allem die Kinder mit dem „Haller Kübel“ ein leckeres Dessert-Eis vom Kasenbacher, einst eine Konditorei und heute eine beliebte Eisdiele. Dieses Eis servierten die Konditoren von 1931 bis 1988 in Form eines Vanille-Eises mit Sahne in feinem Silberbecher - garniert mit Ananas-, Pfirsich- und Krokantstücke sowie kandierten Orangenschalen. Musikalisch zum Hit wird die alte Bezeichnung im „Haller Kübel-Marsch“ von Franz Posch.
Vom Törtchen bis zur Kaffeebohne
Kulinarisch trägt das „Haller Törtchen“ den Gruß aus der Salinenstadt in alle Welt. Erstmals von den Haller Stadtköchen im 15. Jahrhundert hergestellt gaben die Köche das Rezept von Generation zu Generation bis in die heutige Zeit weiter. Das Törtchen besteht aus Mandeln, Eiern, Zucker, Marzipan und feinen Gewürzen. Erhältlich war das „Haller Törtchen“ jahrzehntelang in der bekannten Konditorei Meißl, zurzeit ist es leider nicht erhältlich.
Mit dem Konditor Klaus Weiler sorgte ein weiterer Haller Meister der süßen Zunft als Preisträger der Goldenen Kaffeebohne 2000 für Furore. Der feinen Konditorkultur verschrieben, besticht Weiler in seinem kleinen aber feinen Lokal mit Köstlichkeiten von den Pralinen bis zur Torte.
Flaschengeister und Trinkkultur
Die Zeiten als in Hall gebraut und gebrannt wurde, sind längst vorbei. In der Altstadt haben sich aber zwei Oasen der gepflegten Trinkkultur etabliert – spezialisiert zum einen als Ort des feinen Weines und zum zweiten als eine Bastion des Hochprozentigen. In der weit über die Grenzen bekannte Diana Bar am Oberen Stadtplatz wird diese Tradition mit viel Hingabe gepflegt. Nicht weit entfernt prasselt das Kaminfeuer in der Vinothek Ombra, einem steingemauertem Weinkeller mit feiner Auslese und südlichem Ambiente.
Rustikales wie im Mittelalter
Die Vergangenheit begleitet den Besucher in Hall auf Schritt und Tritt. Eine Zeitreise der kulinarischen Art bieten Feste in der Burg Hasegg und die weit hin bekannte Ritterkuchl an. Dort erwartet den Gast eine perfekte Komposition von Speisen und Atmosphäre, ein optisches und akustisches Aufleben der alten Sitten und Gebräuche des Tiroler Ritteradels.
Kunstvoll zu Gast
Als Dauerbrenner unter den Wirtshäusern gilt seit Jahrzehnten die „Bretze“. Ein Lokal das neben seiner feinen Auswahl an Getränken und Speisen vor allem durch die rund 250 Kunstwerke an den Wänden der Gaststuben besticht. So mancher Künstler verdiente sich hier einst mit einem Bild sein warmes Abendessen.
Stimmvolles Instrumentenleben
Gleich drei längst über Tirols Grenzen bekannte Instrumentenbauer beherbergt die Stadt Hall. Geigen, Gitarren und Harmonikas werden von den Herren Arnold Posch, Hermann Erlacher und Gernot Strassl erzeugt. Den Klängen ihrer Instrumente auf der Spur erwartet den Interessierten ein Ausflug in die verschiedensten Musikrichtungen.
Seltene Umzüge als Höhepunkte
Nur je einmal im Jahr und zwar ausnahmsweise am 6. Dezember besucht der Nikolaus die Stadt Hall, denn der Hl. Nikolaus ist der Patron der Stadt. In Hall freuen sich die Kinder daher nicht nur über den Besuch des heiligen Mannes sondern auch über einen schulfreien Tag. Nur knapp zwei Monate später, im Fasching, reitet das Fasserrössl in Hall ein. Mit lautem Getöse, schwarz vom Rauch und Dreck der Arbeit ergreifen die Schmiede und Fasser die „Macht“ in Hall und spielen eine Episode aus den Zeiten, als die Handwerkskunst noch Golden war.
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